Die Breaking News des gestrigen Tages: Die Auktionsplattform eBay schluckt den Open Source E-Commerce-Riesen Magento! Auch wenn einige sich dieses Szenario schon länger vorgestellt haben, kam es für die meisten jetzt doch sehr überraschend.

Jetzt also doch …

Schon im März 2010 hatte sich eBay für 22,5 Millionen Dollar 49 % am E-Commerce-System Magento gesichert. Dieses wurde im Hause Magento lange geheim gehalten und auch nach der Bekanntmachung hieß es zunächst, Magento wolle sich von eBay nicht vollständig abhängig machen.

Im Herbst soll Magento jetzt allerdings doch komplett von eBay übernommen werden. Viele fragen sich, warum ein aufstrebendes Unternehmen wie Magento sich ausgerechnet mit der angeschlagenen Auktionsplattform einlässt.

Die Magento-Macher stehen nun mehr denn je vor einem Problem in punkto Glaubwürdigkeit. Wollten die Magento-Gründer/-Erfinder Roy Rubin und Yoav Kutner nicht vor gar nicht langer Zeit die E-Commerce-Welt verändern? Kann das mit einem “Vorgesetzten” wie eBay überhaupt noch passieren?

Mit der Cloud-basierten Plattform X.Commerce will eBay unternehmenseigene und Partnertechnologien kombinieren. So soll ein neues Umfeld für Entwickler geschaffen werden, welches Händler nutzen können. Dabei kommt die Open-Source-Commerce-Suite von Magento zum Zug, mit der die Einrichtung von individuellen Onlineshops möglich ist. In diesem Video erklärt eBay-Chef John Donahoe, wie er sich die Integration von Magento vorstellt: http://www.ebayinc.com/#message_to_developers_from_John_Donahoe

Bei eBay sind auf jeden Fall einige Dinge in Bewegung.  Es wird spannend sein, zu sehen, welche Rolle Magento dabei spielen wird.

eBay im Wandel

Insgesamt gibt es in letzter Zeit einige Veränderungen im Hause eBay:  Das Online Shopping Portal möchte weg vom Flohmarkt-Image. Schon jetzt werden 60 % der Einkäufe mit festen Preisen und nicht über Versteigerungen abgewickelt.

Lange Zeit ließen die ständigen Strategiewechsel eBay sehr unsicher und wacklig erscheinen. “Mein Ein für alles” – so lautet der neue Slogan, der den bekannten Vorgänger “Drei, zwei, eins, meins!” ablöst.

Zukünftig möchte das Unternehmen nicht mehr als Online-Flohmarkt, sondern als Einkaufsparadies wahrgenommen werden. So soll es für verschiedene Themen unterschiedliche “Einkaufswelten” geben, in denen sich die Kunden wohl fühlen sollen. Dabei soll es auch im speziellen Zusammenarbeiten mit Markenherstellern geben. Und das soll nun auch durch die Integration von Magento erreicht werden

Der deutsche Geschäftsführer Stephan Zoll ist sehr optimistisch, dass eBay neben Amazon oder auch neueren E-Commerce-Playern wie Zalando ohne Probleme bestehen kann. Für die neue Werbekampagne will die Tochter des US-Unternehmens in diesem Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag ausgeben.

Von offizieller Seite wird aber deutlich betont, das Auktionen weiterhin Bestandteil von eBay bleiben sollen, schließlich habe damit alles angefangen. Der Fokus soll ab jetzt aber deutlich auf die gewerblichen Verkäufer gerichtet werden.

In jedem Fall wird die Weiterentwicklung des mobilen Angebots von großer Bedeutsamkeit für das Unternehmen sein, denn die Zahlen der Verkäufe über Smartphones und Tablets steigen kontinuierlich an.

Ihr seid mal wieder gefragt: Wie sieht die Zukunft von Magento aus? Wird eBay als E-Commerce-Player aus der Asche auferstehen? Wir sind sehr gespannt auf Eure Meinungen und Reaktionen!

Quellen:
www.focus.de
www.internetworld.de
www.sz-online.de
www.n-tv.de