Mittwald Blog
News für Agenturen, Freelancer und Unternehmen

Erfahren Sie Neues, Hilfreiches und Interessantes zu den Themen Webhosting, CMS, E-Commerce, Webentwicklung und dem Unternehmen Mittwald!

18. Apr 2012, Nadja Krakow, Allgemein

Open Source Design Tools (6): Blender

Bisher waren alle Beiträge unserer “Open Source Design Tools”-Reihe auf das Erstellen von 2D-Grafiken beschränkt, dass aber auch 3D-Arbeiten sehr gut und professionell mit Open Source Software umgesetzt werden können, zeigt Blender. Einen Überblick über den Funktionsumfang und einige Tipps zum Einstieg bekommt Ihr im heutigen Blogbeitrag.

Aller Anfang ist schwer

Bis vor einem halben Jahr hatte ich keinerlei Erfahrung von 3D Grafiken, tatsächlich hatte ich noch nie ein solches Programm verwendet. Umso erschlagener fühlte ich mich von den zahlreichen Schaltflächen, die Blender bietet. Im Gegensatz zu 2D Grafik Applikationen bietet Blender keine typische Werkzeugpalette, mit der Ihr Dinge ausprobieren könnt. Das meiste funktioniert über den Wechsel des Arbeitsmodus und dann über Shortcuts, die allerdings, wenn man sie einmal weiß, auch leicht zu merken sind.

Die Standardszene startet mit einem Würfel, einer Lichtquelle und einer Kamera. Diese gibt beim Druck auf F12 ein Bild aus, es wird gerendert, das heißt es wird berechnet wie Licht und Schatten auf das Objekt treffen. Je nach Komplexität des Objekts und dessen Umgebung (u. a. das verwendete Material), Einstellungen der Ausgabegröße und -qualität des Bildes sowie Leistung des Computers kann der Vorgang zwischen einigen Sekunden und mehreren Minuten dauern.

Ihr bewegt Euren Blickwinkel im 3D-Raum durch Druck auf die mittlere Maustaste. Durch scrollen des Mausrads zoomt Ihr rein und raus. Gegenstände werden mit der rechten Maustaste angewählt. Verschoben werden diese entweder durch die “Zeiger” in Richtung der X-,Y- oder Z-Achse oder mit einem Druck auf G (wie Grip). Bei Druck auf die linke Maustaste wird der Gegenstand dann am neuen Ort platziert, bei Druck auf die rechte Maustaste am Ursprungsort losgelassen. Probiert es doch einfach mal aus und schießt ein paar Bilder. Für tiefer gehende Erklärungen bietet die Blender Homepage eine Sammlung an Tutorials, die Ihr Euch unbedingt ansehen solltet!

Professioneller Einsatz

Blender steht kostenpflichtigen Programmen in nichts nach, da es einen großen Umfang an Funktionen bietet. Das Grundlegende ist wohl das Erstellen eines 3D-Modells, auf dieses lassen sich in weiteren Schritten Farben und Texturen auflegen. Wenn Ihr Schlüsselbilder (Keyframes) eines Objekts speichert, berechnet Blender die Zwischenschritte zwischen diesen Bildern, so dass eine Animation entsteht. Durch die eingebaute Physikengine und die Möglichkeit Objekte mit einem Skelett zu versehen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. So können die entstandenen Objekte beispielsweise auch in Spielen weiterverwendet werden.

Die Entwickler von Blender fördern den Einsatz des Programms in Animationsfilmen, so enstanden bisher u.a. Big Buck Bunny und Sintel, die sich allein durch Spenden und DVD Verkäufe finanzierten. Neben zahlreichen Werbespots war einer der prominentesten Einsätze von Blender wohl der zum Erstellen eines animierten Storyboards für Spider-Man 2.

Unseren Einsatz von Blender könnt Ihr in den neuen Icons zu den Produkten des Kundencenters sehen – und das wird bestimmt nicht der letzte sein, denn Blender macht Spaß, und je häufiger ich es verwende, desto vielschichtiger scheint das Programm zu sein.

Hier könnt ihr das Tool herunterladen: http://www.blender.org/  Viel Spaß beim Ausprobieren! :-)

Werdet Ihr Blender ausprobieren oder habt Ihr schon Erfahrung damit? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!

Bisherige Beiträge der Reihe:

>> Open Source Design Tools (1): Alchemy
>> Open Source Design Tools (2): MyPaint
>> Open Source Design Tools (3): Krita
>> Open Source Design Tools (4): Inkscape

>> Open Source Design Tools (5): Gimp 

Alle Kommentare zu diesem Artikel

avatarNadja Krakow
am 4. Mai 2012 um 09:04

Hallo David! Das Interface von Blender hat sich ja mittlerweile stark zum besseren geändert und außerdem gibt es viele neue Features, die den Workflow verbessern. Ganz neu sind zum Beispiel die Bmeshes.

avatarDavid Jatzke
am 3. Mai 2012 um 16:19

Ich habe Blender (2.4 war es glaube ich) nach 3 Wochen intensiven Lernens wieder von der Festplatte gebannt und an einem Nachmittag dann alles in Cinema4D nachgeholt. Blender ist sicherlich nicht schlecht, aber der Workflow ist “gewöhnungsbedürftig”.

avatarNadja Krakow
am 19. April 2012 um 09:37

Ja, es hat einige Wochen gedauert bis ich mich zurecht gefunden habe, aber die Mühe ist es wert! :-)

avatarMar Cl
am 18. April 2012 um 21:03

Der Einstieg in Blender ist vergleichsweise wirklich schwer, aber wenn man einmal den Funktionsumfang des Programms verstanden hat, sind der Kreativität so gut wir keine Grenzen mehr gesetzt.

Fragen oder Ergänzungen? Wir freuen uns über Feedback!

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.